Die Vespa velutina ist eine invasive Hornissenart, deren Ausbreitung inzwischen auch den Raum Neuss ökologisch zunehmend betrifft.

Bitte beachten Sie:

Bei Sichtungen von Nestern oder Verdachtsfällen bitten wir Sie, umgehend die zuständigen Behörden oder Fachstellen zu informieren. Die Untere Naturschutzbehörde ist laut eigener Aussage für Meldungen von Nestern nicht mehr zuständig, da aufgrund der Umstufung der Vespa velutina von Artikel 16 auf Artikel 19 der EU-Verordnung 1143/2014 keine Meldepflicht mehr besteht.

Umso wichtiger ist die freiwillige Meldung über die Neobiota-Plattform, da sie entscheidend dabei hilft, die Ausbreitung der Asiatischen Hornisse in ganz Deutschland zuverlässig zu erfassen und nachzuverfolgen.

Nester sollten niemals eigenständig entfernt werden. Die Tiere können aggressiv reagieren und stellen eine erhebliche Gefahr für Mensch und Tier dar.
Die Entfernung sollte ausschließlich durch geschultes und autorisiertes Fachpersonal erfolgen.

Die Herausforderungen verstehen, die durch die Asiatische Hornisse entstehen.

Vespa velutina nigrithorax – ein schöner Name, ein beeindruckendes Tier, aber leider eine höchst unwillkommene Bereicherung unserer Flora.
Der erste Nachweis dieser asiatischen Hornisse in Deutschland datiert auf September 2014 in Karlsruhe. Wie so oft bei invasiven Arten ist auch hier der Mensch vermutlich der stille Schuldige.

In den letzten zehn Jahren wurden unzählige Anstrengungen unternommen, um das Tier auszurotten – leider alles vergeblich. Die Hornisse ließ sich nicht vertreiben, und ihre Präsenz breitete sich unaufhaltsam aus.

Im März 2025 folgte schließlich die traurige Gewissheit: Die asiatische Hornisse wurde offiziell als etabliert eingestuft. Ein einziges Volk kann dabei bis zu 11 Kilogramm Insekten pro Jahr erbeuten – das entspricht etwa 110.000 Honigbienen oder 1,1 Millionen Fliegen. Eine Zahl, die die heimische Insektenwelt in alarmierender Weise belastet – und die man sich nur schwer vorstellen kann.


Frühjahrshilfe: Königinnen aufspüren und Nestern vorbeugen

Die erste Wahl der Bekämpfung liegt bereits zu Beginn des Jahres. Mit sogenannten Locktöpfen kann man im Frühjahr den neuen Königinnen nachstellen, noch bevor sie neue Völker gründen und die Natur weiter in Aufruhr versetzen. Ebenso effektiv und einfach ist die Bekämpfung von Embryonalnestern, die oft gut geschützt auf Terrassen, in Scheunen oder Gartenlauben hängen – versteckt, aber nicht unentdeckt.

Haben Sie ein Nest gefunden? Seien Sie vorsichtig! Prüfen Sie unbedingt, ob es sich wirklich um ein Nest der Asiatischen Hornisse handelt und nicht um ein junges Nest einer einheimischen Wespe oder Hornisse. 

Sie können mir zur Einschätzung gerne ein Foto schicken.

Heiße Phase im Sommer: Nestkontrolle und Schutzmaßnahmen

Sobald die ersten Arbeiterinnen geschlüpft sind, wird es zunehmend komplizierter. Das Nest wächst, wird größer – und damit auch bedrohlicher. Im Spätsommer baut die Königin dann bevorzugt in Baumkronen die sogenannten Sekundärnester.

Das volle Ausmaß wird oft erst im Herbst sichtbar, wenn die charakteristischen baffförmigen Gebilde hoch oben in den Bäumen hängen. Im Gegensatz zur heimischen Vespa crabro sind die Asiatischen Hornissen bis etwa Mitte Dezember aktiv – sie lassen sich also auch von kälteren Temperaturen nicht so leicht abschrecken.

Die Bekämpfung der Vespa velutina

Bei Primärnestern geht es noch vergleichsweise einfach zu: Ein umgebauter Staubsauger zusammen mit Rasierschaum reicht oft aus, um die kleinen Nester unschädlich zu machen. Ein kurzer Einsatz – und die Bedrohung ist für diese Saison gebannt.

Bei Sekundärnestern sieht die Lage jedoch ganz anders aus. Diese Nester sitzen oft hoch in den Baumkronen und sind deutlich größer, stärker befestigt und aggressiver bewacht. Hier kommen Hubsteiger oder spezielle Lanzen zum Einsatz. Mit der Lanze wird Kohlepulver in das Nest gestäubt, während spezielle Zerstäuber für eine präzise Verteilung sorgen.

Wichtig bei allen Schritten ist eine ausreichende Schutzkleidung. Der Stachel der Asiatischen Hornisse ist länger als der einer Honigbiene (ca. 2,5 mm), und neben dem Stechen kann die Hornisse auch gezielt Gift verspritzen. Jeder Einsatz erfordert daher Erfahrung, Vorsicht – und Nerven wie Drahtseile, denn die Hornissen sind flink, zahlreich und keineswegs ungefährlich.

Kosten für die Nestentfernung

Seit der Umstufung der Vespa velutina werden die Kosten für die Entfernung von Nestern nicht mehr übernommen. Für die Beseitigung kommt der Eigentümer bzw. die Eigentümerin des jeweiligen Grundstücks selbst auf. Die Kosten variieren je nach Standort, Nestgröße, Zugänglichkeit und weiteren örtlichen Gegebenheiten und liegen in der Regel zwischen 150 – 350 € zzgl. möglicher Kosten für einen Hubsteiger.