Die Vespa velutina ist eine invasive Hornissenart, deren Ausbreitung inzwischen auch den Raum Neuss ökologisch zunehmend betrifft.

Bei Verdachtsfällen oder der Sichtung eines Nestes der Asiatischen Hornisse (Vespa velutina) können sich Bürgerinnen und Bürger an die Untere Naturschutzbehörde oder die Biologische Station im Rhein-Kreis Neuss wenden. Diese können den Kontakt zu fachkundigen Imkerinnen und Imkern bzw. geeigneten Ansprechpartnern herstellen, die den Verdacht vor Ort einschätzen und das weitere Vorgehen abstimmen.

Alternativ kann bei einem begründeten Verdacht auch direkt ein fachkundiger Schädlingsbekämpfer hinzugezogen werden.

Für die Asiatische Hornisse besteht aktuell keine allgemeine gesetzliche Meldepflicht mehr. Die zuständigen Kommunen werden in der Regel nur in besonderen Fällen tätig, insbesondere wenn eine akute Gefahr für die öffentliche Sicherheit besteht, beispielsweise im Straßenverkehr oder in stark frequentierten Bereichen.

Eine freiwillige Dokumentation und Meldung von Sichtungen bleibt dennoch sinnvoll, da sie zur Erfassung und Nachverfolgung der weiteren Ausbreitung der Asiatischen Hornisse beiträgt. Die Meldung bzw. Dokumentation von Nestern erfolgt in der Praxis häufig durch beauftragte Fachkräfte über entsprechende Plattformen wie Neobiota.

Wichtig: Nester der Asiatischen Hornisse sollten niemals eigenständig entfernt oder bekämpft werden. Bei einer Störung können die Tiere ihr Nest aggressiv verteidigen und insbesondere im unmittelbaren Nestbereich eine erhebliche Gefahr für Menschen und Tiere darstellen.

Die Entfernung von Nestern sollte daher ausschließlich durch geschultes und entsprechend ausgerüstetes Fachpersonal erfolgen.

Die Herausforderungen verstehen, die durch die Asiatische Hornisse entstehen.

Vespa velutina nigrithorax – ein schöner Name, ein beeindruckendes Tier, aber leider eine höchst unwillkommene Bereicherung unserer heimischen Tierwelt.

Der erste Nachweis der Asiatischen Hornisse in Deutschland stammt aus September 2014 aus Karlsruhe. Wie bei vielen invasiven Arten dürfte auch hier der Mensch maßgeblich zur Einschleppung beigetragen haben.

Über Jahre wurden erhebliche Anstrengungen unternommen, um die Ausbreitung der Asiatischen Hornisse einzudämmen und eine weitere Etablierung zu verhindern. Diese Bemühungen konnten die Ausbreitung letztlich nicht aufhalten. Im März 2025 folgte die offizielle Einstufung der Asiatischen Hornisse als etablierte invasive Art in Deutschland.

Damit müssen wir uns einer neuen Realität stellen: Wir werden die Asiatische Hornisse nicht mehr ausrotten können.Das Ziel muss deshalb ein anderes sein. Wir müssen versuchen, ihre Bestände so weit wie möglich zu begrenzen und dauerhaft zu unterdrücken.

Ein einzelnes Volk kann große Mengen an Insekten erbeuten und damit erheblichen Druck auf die heimische Insektenwelt ausüben. Besonders betroffen sind Honigbienen, aber auch zahlreiche andere heimische Insektenarten stehen auf dem Speiseplan.

Unsere Hoffnung muss deshalb darin liegen, die Population der Asiatischen Hornisse so lange zu kontrollieren, bis sich heimische Fressfeinde und natürliche Gegenspieler stärker auf diese neue Art einstellen und sie in unsere heimischen Nahrungsnetze integriert wird.

Bis dahin wird es entscheidend sein, die weitere Ausbreitung möglichst zu begrenzen und insbesondere große Nester nicht unkontrolliert anwachsen zu lassen.

Denn eines ist klar: Wenn wir die Entwicklung sich selbst überlassen, könnte der zunehmende Druck durch die Asiatische Hornisse für unsere heimische Insektenwelt erhebliche Folgen haben.


Frühjahrshilfe: Königinnen aufspüren und Nestern vorbeugen

Die erste Wahl der Bekämpfung liegt bereits zu Beginn des Jahres. Mit sogenannten Locktöpfen kann man im Frühjahr den neuen Königinnen nachstellen, noch bevor sie neue Völker gründen und die Natur weiter in Aufruhr versetzen. Ebenso effektiv und einfach ist die Bekämpfung von Embryonalnestern, die oft gut geschützt auf Terrassen, in Scheunen oder Gartenlauben hängen – versteckt, aber nicht unentdeckt.

Haben Sie ein Nest gefunden? Seien Sie vorsichtig! Prüfen Sie unbedingt, ob es sich wirklich um ein Nest der Asiatischen Hornisse handelt und nicht um ein junges Nest einer einheimischen Wespe oder Hornisse. 

Sie können mir zur Einschätzung gerne ein Foto schicken.

Heiße Phase im Sommer: Nestkontrolle und Schutzmaßnahmen

Sobald die ersten Arbeiterinnen geschlüpft sind, wird es zunehmend komplizierter. Das Nest wächst, wird größer – und damit auch bedrohlicher. Im Spätsommer baut die Königin dann bevorzugt in Baumkronen die sogenannten Sekundärnester.

Das volle Ausmaß wird oft erst im Herbst sichtbar, wenn die charakteristischen baffförmigen Gebilde hoch oben in den Bäumen hängen. Im Gegensatz zur heimischen Vespa crabro sind die Asiatischen Hornissen bis etwa Mitte Dezember aktiv – sie lassen sich also auch von kälteren Temperaturen nicht so leicht abschrecken.

Die Bekämpfung der Vespa velutina

Bei Primärnestern geht es noch vergleichsweise einfach zu: Ein umgebauter Staubsauger zusammen mit Rasierschaum reicht oft aus, um die kleinen Nester unschädlich zu machen. Ein kurzer Einsatz – und die Bedrohung ist für diese Saison gebannt.

Bei Sekundärnestern sieht die Lage jedoch ganz anders aus. Diese Nester sitzen oft hoch in den Baumkronen und sind deutlich größer, stärker befestigt und aggressiver bewacht. Hier kommen Hubsteiger oder spezielle Lanzen zum Einsatz. Mit der Lanze wird Kohlepulver in das Nest gestäubt, während spezielle Zerstäuber für eine präzise Verteilung sorgen.

Wichtig bei allen Schritten ist eine ausreichende Schutzkleidung. Der Stachel der Asiatischen Hornisse ist länger als der einer Honigbiene (ca. 2,5 mm), und neben dem Stechen kann die Hornisse auch gezielt Gift verspritzen. Jeder Einsatz erfordert daher Erfahrung, Vorsicht – und Nerven wie Drahtseile, denn die Hornissen sind flink, zahlreich und keineswegs ungefährlich.

Kosten für die Nestentfernung

Seit der Umstufung der Vespa velutina werden die Kosten für die Entfernung von Nestern in der Regel nicht mehr übernommen. Für die Beseitigung muss grundsätzlich der Eigentümer bzw. die Eigentümerin des jeweiligen Grundstücks aufkommen.

Dabei gilt: Abwarten kann die teuerste Variante sein. Je früher ein Nest erkannt und entfernt wird, desto geringer sind in der Regel Aufwand und Kosten.

Die Kosten lassen sich grob nach Entwicklungsstadium des Nestes einteilen:

  • Embryonalnester: Diese werden häufig noch ehrenamtlich und kostenfrei entfernt, sofern entsprechende Helfer zur Verfügung stehen.
  • Primärnester: Je nach Größe und Aufwand liegen die Kosten meist bei etwa 50–150 €.
  • Sekundärnester: Aufgrund ihrer Größe, der benötigten Ausrüstung und des höheren Arbeitsaufwands liegen die Kosten je nach Lage und Zugänglichkeit meist bei etwa 250–400 €.
  • Schwer zugängliche Nester: Befindet sich ein Nest beispielsweise hoch in einem Baum, können zusätzlich Kosten für einen Hubsteiger entstehen.

Wer ein Nest bereits im frühen Stadium meldet und entfernen lässt, kann somit nicht nur die weitere Ausbreitung der Asiatischen Hornisse eindämmen, sondern häufig auch erhebliche Kosten sparen.

Früh erkennen, früh handeln – denn ein kleines Nest ist nicht nur einfacher, sondern auch deutlich günstiger zu entfernen.